Überfluß – das ist das Schlagwort, wie ich Deutschland momentn empfinde. Es fängt bereits damit an, dass ich bspw. nicht mehr 4 T-Shirts zur Auswahl hatte, wie die letzten Monate, sondern anfangs 6 (wow, was war das für ein seltsames Gefühl!) und nun, da der Kleiderschrank wieder nrmal gefüllt ist, habe ich wirklich eine ganze Auswahl an Kleidern. Ehrlich gesagt fühlt sich das eher abschreckend an. Ich habe festgestellt, dass es mir gar nicht mehr so wichtig ist, was ich gerade anziehe. Während der Reise habe ich die Sachen angezogen, die gerade sauber waren. Als ich meinen Kleiderschrank so sah mit all den Kleidungsstücken war mein spontaner Gedanke: „ich werde die nächsten 10 Jahre kein einziges Kleidungsstück mehr kaufen!“.
Das Gefühl des Überfluß geht uns allen in der Familie so. Als ich mit Cayo einkaufen war und wir uns einen leckeren Käse aussuchen wollten, schüttelte er einfach den Kopf: „Mama, ich kann es gar nicht glauben, wie viele verschiedene Käsesorten es gibt. Was für ein Überfluß!“. Wir erinnerten uns daran, wie wir uns ein Loch in den Bauch freuten, als wir in Nepal in einem Laden einen Käse fanden, der sogar irgendwie nach Käse schmeckte.
Vor ein paar Tagen waren wir auf der Leipziger Straße spazieren und schauten uns die Geschäfte an. So schön die Dinge dort waren, ich hatte nicht einmal das Bedürfnis, die Dinge anzuschauen – es war mir alles zu viel. Ich fühlte mich wirklich sehr fremd zwischen all den Menschen, die mit ihren Tüten in den Händen mir entgegenkamen. Ich wünsche mir, dass wir uns alle dieses Bewusstsein für den Überfluß, in dem wir leben, beibehalten und uns wirklich fragen, ob und was wir denn wirklich brauchen (und dies nicht nur bei größeren Anschaffungen).