Woche 2 bis 4

Auch da war noch alles so unwirklich- waren wir wirklich schon wieder in Deutschland? In unserer Küche fühlte ich mich wie in einer unserer Air B&B Wohnungen ( was gibt es hier alles und wo ist alles untergebracht?), komischerweise zogen wir vier auch fast nur Sachen an, die wir auf der Weltreise anhatten, sie kamen mir so vertraut vor und ein wenig fühlte es sich fast wie Verrat an, wenn ich ein anderes T-Shirt anzog…

Dieses Gefühl „alles ist nur ein Traum“ auf der einen Seite und auf der anderen Seite waren wir wieder mitten im Leben: der Umzug des Kinderzimmers in unser Schlafzimmer, das Büro ins ehemalige Kinderzimmer, das Schlafzimmer ins ehemalige Büro. Da wir viele Dinge bereits in Kisten hatten, was dies ein guter Zeitpunkt, unser Haus neu auszurichten. Das passt auch nun ganz gut, ein wichtiges Zeichen, hier in Deutschland für uns einen Neustart zu machen. Das Wohnzimmer stellten wir dann auch noch um und misteten gleich einige Möbel aus, um Platz zu schaffen.

Ich habe mich hier in Frankfurt umgeschaut, was für Möglichkeiten es für meine Mutter hier gibt: Internetrecherche, Telefonate,… und dann die Überlegung, wie wir als Familie die beste Lösung für meine Mutter finden. Kein leichter Weg, begleitet von vielen, vielen Gesprächen und Diskussionen. Es ist nie leicht über einen geliebten Menschen zu entscheiden und es bleibt für mich immer ein Körnchen an Zweifel übrig, ob es das Richtige war. Ich habe daraus sehr viel für mich selbst gelernt, wie ich damit umgehen will, wenn ich älter werde.

Auch im Unternehmen prasselten wieder so viele Dinge auf uns ein und gleichzeitig haben Flo und ich doch einen Unterschied wahrgenommen, wie es für uns war vor der Weltreise. Jetzt fühlt es sich für mich viel klarer an, vielleicht weil wir nicht mehr so sehr an unserem Unternehmen klammern.

Wir haben auf unserer Reise viel Klarheit darüber gewonnen, wohin wir mit unserem Unternehmen gehen wollen und freuen uns nun, wieder unseren Beitrag zu leisten. Unser Team hat ein Jahr lang die Firma gerockt, jeder hatte enorme Freiheiten – wir sind froh losgelassen zu haben und das Vertrauen ins Team gehabt zu haben. Eine Belohnung für den Mut, den wir hatten, so viel Vertrauen in unser Team zu haben. Ich erinnere mich häufig an die Fragen anderer Unternehmer, die wir trafen, die uns ungläubig anschauten: „Und die Firma lasst ihr alleine? Ich könnte das mit meinen Leuten nicht machen!“

1000 Dank an das Engagement des Teams.