Auf Wiedersehen @ Leander & Julis

„Ich habe mich entschieden,“ Ulf schaute Berta fest in die Augen. „Ich werde hier bleiben!“ Berta traute ihren Ohren nicht. Ulf, ihr Weggefährte und Reisebegleiter, der seit Frankfurt mit dabei war, wollte einfach hier auf Galapagos bleiben? „ Ich habe es mir lange überlegt. Du weißt ja, ich komme aus dem Odenwald. Dort ist es kalt und windig. Ich habe ja hier auch wirklich viele nette Menschen kennengelernt, die mich mögen und mit denen ich mich gut verstehe!“ Seit Ulf mit beim Englisch- und Deutschunterricht von Flo und Florentine mit dabei war, war er wie ausgewechselt. Immer wieder huschte ihm ein Lächeln über das Gesicht, das sogar unter seinem mächtigen Bart zu sehen war. Die beiden hatten Ulf mitgenommen und ihn als deutschen Gast im Unterricht eingeführt. Ulf hat die lockere und lustige Atmosphäre gleich von Anfang an sehr gefallen. Er wurde gleich herzlich begrüßt. Jeder stellte sich vor, so fühlte er sich gleich zu Hause. Ulf wurde während der 14 Tage zu einem wichtigen Bestandteil im Unterricht. Jeder wollte ihn halten, wenn er dran war. Dann wurde er weitergereicht bzw. geworfen. Ulf liebte es, durch die Luft geworfen zu werden. Er hätte nie geglaubt, dass er mal fliegen könnte. „Hier auf Isabela auf Galapagos, sind Dinge für mich möglich geworden, die ich nie zu träumen gewagt hätte. Die Menschen haben mich ins Herz geschlossen und ich sie. Hier ist genau der Ort, an dem ich leben möchte. Mitten im Paradies.“ Bertha schaute Ulf nachdenklich an. „Und was ist, wenn du Heimweh hast? Den kalten schneereichen Winter vermisst? Und was ist mit uns? Mit Silas, Cayo, Flo und Florentine …. und mit mir?“ Berthas Stimme zitterte ein wenig. „Ich weiß, dass ihr mir fehlen werdet und ich euch vielleicht ein wenig. Ich habe es mir lange überlegt und tief in mir drin ist das Gefühl, dass ich hierher gehöre. Es tut mir leid, wenn ich euch dadurch Kummer bereite und gleichzeitig ist es meine Entscheidung, dass ich hier bleibe. Isabela ist mein Sehnsuchtsort. Ich habe bisher keinen schönerern Platz auf der Erde kennengelernt.“ Bertha bemerkte, dass es sinnlos war, Ulf umzustimmen. „Hast du schon mit den Flöhen gesprochen und den Kindern?“ Ulf senkte traurig den Kof. „Ja, die vier sind natürlich traurig. Cayo wollte mich zuerst gar nicht gehen lassen. Er hat dann aber gesehen, wie wichtig es mir ist, hier zu bleiben. Und so kann ich die Verbidung nach Isabela und den Menschen dort aufrecht erhalten. Ich glaube, dass die vier während ihrer Reise einiges gelernt haben, wenn es ums Loslassen geht. Und dass ich hierbleibe, ist eine weitere Lektion. Wir müssen uns damit abfinden, dass alles und jeder einen nur für eine gewisse Zeit begleitet. Irgendwann ist es Zeit, loszulassen. Dann macht es mehr Sinn, das Loslassen zu akzeptieren und sich auf das Neue, was kommen kann, zu freuen.“ Bertha wurde ganz schwer ums Herz. „Ach Ulf, ich werde dich wirklich sehr vermissen. Pass gut auf dich auf.“ „Claro que si! Natürlich! Und du, pass auf dich und die Familie auf. Ihr habt ja noch jede Menge Abenteuer vor euch.“ „Auf Wiedersehen!“ , sagte Bertha zu Ulf. „Ja, Bertha, da bin ich mir sicher. Auf Wiedersehen. So wie ich euch kenne, werdet ihr bestimmt mal wieder hier vorbei schauen und vielleicht komme ich auch mal wieder nach Deutschland. Auf Wiedersehen Bertha!“

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