Diese große lärmende Stadt hat für uns ein neues Abenteuer bereit gestellt. Wir haben es gewagt, mit einem der niedlichen kleinen Motorradrikschas zu fahren. Nachdem wir den Preis verhandelt hatten, ging es los. Wir konnten mit der Rikscha nicht direkt in die Innenstadt fahren, da sie keine Erlaubnis dafür haben. Also wollten wir uns so nahe es ging dorthin bringen lassen. Los ging es. Silas, Flo und ich nach hinten, Cayo vorne neben dem Fahrer. Flo stieß mit dem Kopf fast an der Blechdecke an. Mit ohrenbetäubender Disko-Musik fuhren wir knatternd los. Mit einem Mal wurde mir schmerzlich bewusst, wie viele Schlaglöcher die Straßen von Lima haben. Als ich die vielen Heiligenbilder sah, die an der Windschutzscheibe klebten, war ich etwas beruhigt. „Dios es mi pilote“ „Gott ist mein Pilot“ Und so fuhren wir ratternd durch die Straßen von Lima. Da die Rikscha recht klein war, wischte der Fahrer einfach am Stau vorbei, indem er seitlich eine neue Spur eröffnete. Er hatte dabei ein ganz gutes Auge, denn der Platz zwischen den Autos war nur hauchdünn. Während ich nach draußen schaute, kommentierte Cayo, wie der Fahrer vorne schaltete und bremste, Ich war froh darüber, dass wir den Rest der Strecke zu Fuß zurücklegten,, so konnte ich mich wieder ein wenig erholen.
Wir waren anschließend noch ein paar Mal mit der Rikscha unterwegs. Was mir in erster Linie auffiel, war die Tatsache, dass die Hupe das wichtigste Teil am ganzen autop zu sein scheint. Die Verkehrsreglen hier scheinen zu besagen, dass derjenige, der hupt, Vorfahrt hat. Das sieht dann folgerndermaßen aus. Es wird gehupt und dann drauf losgefahren. Wenn der andere eine andere Ansicht über die Vorfahrtsregel hat, dann klopft man einfach auf die Karosserie des anderen Autos und hupt nochmals: länger und häufiger.