Machu Picchu früher und heute

Als wir um 5.15 zum Bus gingen, sahen wir eine ewig lange Menschenschlange, die bereits auf die Busse wartete. In aller Gemütsruhe stellten wir uns hinten an und warteten. Nach 5 Monaten Reisen haben wir im Warten jede Menge Übung. Machu Pichu ist wirklich eine Massenabfertigung geworden. Während wir in der Schlange warteten, wurden unsere Bustickets und Eintrittstickets kontrolliert; wie bei allem in Peru: immer mit Ticket und Pass! Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich selbst beim Einkaufen meinen Pass vorzeigen muss. In Peru ist die Bürokratie wirklich manchmal zu viel des Guten. Zurück zur Massenabfertigung: Alle Leute wurden nach und nach auf die bereitstehenden Busse verteilt und los ging´s. Wenn ich daran denke, dass wir vor 20 Jahren hier noch keine Busse hatten und die ganze Strecke zu Fuß gegangen waren. Wir waren damals um die 3 Stunden unterwegs. Diesmal war es wesentlich komfortabler, wir wurden wirklich bis fast an den Eingang gefahren. Dann hieß es wieder Schlange stehen. Als wir endlich drin waren, konnten wir Machu Picchu so richtig genießen. Dieses Mal waren wir ja frisch und munter und erorberten uns Machu Pichu zu Fuß. Wir vereinbarten einen Treffpunkt, für den Fall, dass wir uns verlieren würden. Silas und Cayo liefen Voraus und waren plötzlich verschwunden. Flo und ich marschierten in eine der vielen verschiedenen Richtungen und fragten immer wieder mal nach, ob jemand zwei Kinder gesehen hatte. Wir hatten uns einen Weg ausgesucht, der entlang eines der Felsen verlief und uns einen gigantischen Blick ins Tal eröffnete. Ein etwas mulmiges Gefühl hatte ich schon, so eine Stunde ohne die Kinder zu sehen durch die Inkastadt zu stapfen. Da regte sich mein Mutterinstinkt und ich sah vor meinem inneren Auge, wie die armen Kinder orientierungslos ohne Wasser (obwohl es früh war, war es hier oben schon wirklich heiß) und Proviant zurechtkommen würden. Wir gingen dann recht schnell zum ausgemachten Treffpunkt zurück und siehe da, die Kinder waren auch erst vor kurzem zurückgekehrt, um nach uns zu schauen. Sie hatten das ganze untere Dorf bereits erobert. Wir beschlossen, gemeinsam zum Sonnentempel zu wandern. Eine recht lange Wanderung, wie sich herausstellen sollte. Wir sagten aus Spaß, dass dies der sendero los allemanes sein (der deutsche Pfad), weil uns auf der Strecke fast nur Deutsche begegneten, den anderen war die Wanderung wohl zu beschwerlich. Der Blick vom Sonnentempel auf Machu Picchu war so etwas von wunderschön. Es ist schon sehr erhebend, wenn man so durch diese riesige Inkastadt, die bereits ein Bewässerungssystem hatte, wandert und sich überlegt, vor wie vielen Jahren dies alles gebaut wurde. Wieder einmal ein Moment auf unserer Reise, in dem ich ganz demütig wurde vor etwas, was so viel größer ist als man selbst. In der Inkastadt wurde auf den Steinterrassen Mais und anderes Gemüse angepflanzt. Heute sind sie mit Gras bewachsen und werden von umherstreunenden Aplakas kurz gehalten. Unten im Dorf stehen da jede Menge der Alpakas, so dass die ganzen Touristen zu ihren Lama-Selfies kommen. Ich hätte stundenlang zuschauen können, wie die Touris den Alpakas hinterherliefen, um ein Selfie zu ergattern. Meistens interessierten sich die Alpakas überhaupt nicht für die Selfies, sondern eher für die Äpfel, die sie in der Hand hielten. Eines der Alpakas hatte eine so feine Nase, dass es an unseren Rucksack ging und mit dem Maul aus der Außentasche unsere Plastiktüte mit den Pfirsichkernen herausholte. Wir konnten dem guten Tier die Tüte gerade noch abnehmen. Silas und Cayo waren die ganze Zeit dabei, Baby-Alpakas zu streicheln und mit ihnen zu schmusen. Die Tiere hier sind jede Menge Touristen gewöhnt und machen einfachihr eigenes Ding. Nach über 6 Stunden auf Machu Piccu waren wir völlig erschlagen und gleichzeitg beseelt, als wir wieder im Bus nach Aguas Calientes zurückfuhren. Wir hatten noch etwas Zeit, bis wir den Zug zurück nach Cusco nahmen und ruhten uns einfach auf dem Hauptplatz aus. Wir waren zu müde und erschlagen, noch etwas anderes zu machen außer einen leckeren Jugo im Markt zu trinken und noch leckere Avocatobrötchen und zu Mittag zu essen.

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