Es gibt unzählige Antilopenarten hier im Park. Von ganz klein (Steenbok) zu ganz groß (Eland) und jeder Art hat ihre eigenen Besonderheiten.
Der kleine Steenbok lebt (eher untypisch für Antilopen) alleine bzw. als Pärchen. Seine Verteidigungsstrategie ist es, sich ganz klein und unsichtbar zu machen, indem es sich wie ein kleiner Felsbrocken auf den Boden kauert. Das funktioniert ganz gut, wie der Ranger erzählte. Neulich lief ein Löwe ganz nah an einem Steenbok vorbei, der auf der Erde kauerte und nicht vom Löwen entdeckt wurde. Der Steenbok kann auch bis zu 3 Monate ohne Wasser auskommen und sich seinen Flüssigkeitsbedarf nur aus den gefressenen Blättern holen.
Da gibt es noch die Roan Antilope, die sehr selten im Park ist. Im ganzen Park leben ca. nur noch 90 Tiere. Diese Antilopen sind auf Wasser angewiesen, was ihnen oft zum Verhängnis wird. Wenn sie trinken, sind sie eine leichte Beute für die Löwen. Als wir die Roan Antilope im Park sahen, war der Ranger sehr berührt, denn es ist wirklich selten, dass man dieses scheue Tier zu Gesicht bekommt.
Den Gegensatz zur Roan Antilope bildet das Impala, das überall im Park in Herden zu sehen ist. Vor 200 Jahren gab es im Park noch gar keine Tiere dieser Art. Es kam erst später in den Park und ist ein allesfresser, das sowohl gräser als auch Büsche frisst und so zeimlich radikal alles, was ihm über den Weg kommt. Dadurch verändert es auch die Vegetation im Park. Die Weibchen bekommen alle zur gleichen Zeit ihre Jungen und leben zusammen mit einem Männchen, das der Anführer ist. Die anderen Männchen leben in einer „Jungs-WG“ und fordern den Anführer der Herde heraus, bis dieser den Kampf verliert und ein anderer Anführer wird.
Der Waterbok sieht mit seinen langen Hörnern sehr imposant aus. Da er oft in Flussläufen unterwegs ist, sind seine Hufe so ausgelegt, dass sie beim Auftreten leicht auseinanderspreizt, um so mehr Halt im Schlamm zu haben.
Es gibt da die Tessebe Antilope, die nur im Norden des Parkes vertreten ist. Sie ist die Rabenmutter unter den Antilopen. Wenn das Baby geboren ist, lässt sie das Kind einfach alleine zurück und entfernt sich bis zu 3 km vom Neugeborenen. Das ist ganz schön weit im gefährlichen Busch.