Kurz ist nicht gleich kurz

Seit Quito (also September) waren die 3 Jungs nicht mehr beim Friseur gewesen und sahen so langsam aber sicher wie die wilden Kerle aus! Daher stand nun wieder ein Friseurbesuch an. Gleich auf der anderen Seite des Parks gab es einen kleinen Friseursalon. So stapften wir zu viert dorthin und fragten nach. Im Salon war nur eine Dame, die gerade unter der Haube saß, so dass die Jungs gleich drankamen. Die Dame schaute uns viert erst kurz etwas überrascht an, dass wir ausgerechnet hierher kamen. Cayo kam als Erster dran. Wir erklärten, wie Cayo seine Haare wollte und dann ging es los. Ein Friseurbesuch ist ja immer hochgefährlich, vor allem im Ausland, wenn man sich nicht ganz so nuancenreich ausdrücken kann wie in der Muttersprache und dies verheerende Auswirkungen haben kann. Cayo war auch ganz hippelig, da er nicht sehen konnte, was hinten an seinem Kopf mit ihm geschah. Erst als er mit dem Spiegel sehen konnte, was die Dame geschnitten hatte, war er wieder beruhigt. Dann wurden seine Haare gewaschen und geföhnt.

Als nächster war Silas an der Reihe. Für ihn war klar, dass er die Haare hinten wesentlich kürzer haben wollte. Die Dame schnitt erst nur ein wenig ab, als Silas etwas ärgerlich zu mir meinte, dass er es viel kürzer haben wollte, übersetzte ich es. Irgendwie muss ich nicht aufgepasst haben. Als ich das nächste Mal hinsah, waren Silas Haare hinten am Hinterkopf kurz – wirklich kurz. Ich konnt enur „Stop!“ sagen, damit Silas nicht auch an den Seiten einen Militärharrschnitt verpasst bekam. Kurz bedeutet in Soweto sehr kurz! Gerade als wir alle den Atem anhielten, kam der Inhaber in den Salon und merkte sofort, dass etwas passieren musste. Er übernham kurzerhand und versuchte zu retten, was zu retten war. Silas bekam jede Menge Spray und Gel ins Haar und kam dann unter die Haube, um das Ganze einzubetonieren! Ich habe Silas noch nie so unglücklich vom Friseur kommen sehen. Zum Glück hatte er sein Käppi dabei. Mit den Worten „ich werde erst wieder in Deutschland zum Friseur gehen“, trottete er aus dem Salon. Ganz so schlimm finde ich die Frisur gar nicht. Spätestens in einer Woche werden die Haare hinten wieder gut nachgewachsen sein.

Während Flo an der Reihe war, füllte sich der Salon zusehens. Oben in der Ecke lief eine Fernsehserie auf Zulu (mit englischen Untertiteln) und die Männer begannen miteinader zu sprechen. Einer der wartenden Männer fragte uns, woher wir kommen und so redeten wir dann gemeinsam über Südafrika, den Präsidenten Zuma, Deutschland und die Welt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert