Morgens bevor wir losfuhren schaute ich mir noch die gigantische Katherinenkirche an und genoss es, dass ich dort ganz alleine war. Es war eine eigenartige Stimmung als das Morgenlicht durch die prächtigen Kirchenfenster schien. Ich war auf einmal so dankbar für all das, was in meinem Leben war, meine Familie, unsere Freunde, unsere Arbeit und die Freiheit, unser Leben so zu gestalten, wie wir es uns wünschten, inklusive der Verwirklichung unserer Lebensträume. Ja, es liegt noch einen Haufen Arbeit und Stress vor uns, bevor wir im Flieger sitzen: ich spürte jedoch die innere Gewissheit, dass wir all das schaffen würden.
Die Fahrt am Rhein entlang und durch die Weinberge war atemberaubend. Die reifen Getreidefelder wechselten sich mit Kartoffelfelder ab und auf der anderen Seite reiften die Trauben heran. Der Duft von Sommer lag in der Luft, gemähte Wiesen, reifer Weizen,… Ich hatte den Eindruck in Frankreich zu sein. Jetzt, wo wir auf dem Absprung sind, lernen wir die Gegend vor der Haustüre erst so richtig kennen und lieben. Was für eine Ironie.
Urlaub war estrotz allem nicht so wirklich: Flo führte etliche Telefonate mit dem Steuerberater, Lieferanten und unserem Team. Dennoch war das Urlaubsfeeling spürbar.
In Worms picknicken wir in der Innenstadt, dann nahmen wir eine Abkürzung mit dem Zug, um den Rest dann wieder mit dem Rad zu fahren. Auf der letzten Etappe erwischte mich ein Plattfuß, so dass ich von meinem Schwiegervater abegholt wurde: was für ein Service (fast wie bei der Tour de France!), während die beiden Jungs tapfer mit dem Rad bis zum Ziel fuhren.
Nach so viel Abschieden und Abarbeiten-Stress war die Radtour genau das Richtige, um wieder runterzukommen und den Arbeitsspeicher zu entlasten.