Wenn Elefanten müde sind….

Die ganze Familie ist total aufgeregt, als wir (zu spät, da der Stau noch größer als sonst war), zum Stall von Maisha gehen. Da steht sie in ihrem Heu und knabbert fleißig an ihren frischen Blättern. Das Fläschchengeben haben wir leider verpasst. Das macht nichts, denn Maisha ist einfach nur umwerfend. In aller Ruhe kommt sie an die Türe und wir können sie streicheln und uns berüsseln lassen. Herrlich! Abends bekommen die Elefanten eine Decker über den Rücken, denn normalerweise werden sie von der Mutter und den anderen Elefanten in der Herde gewärmt. Das Problem bei Elefanten ist, dass man eine Lungenentzündung erst bei ihnen erkennt, wenn es gast zu spät ist und die meisten Elefanten keine große Überlebenschance haben. Zudem sind die Babys, dadurch, dass sie keine Muttermilch bekommen, viel anfälliger für Krankheiten, da die Ersatzmilch nicht für so viel Immunabwehr sorgt. Ich rede mit dem Pfleger. Die Pfleger sind 24 Stunden bei den Tieren und schlafen auch nachts bei ihnen im Stall. Es gibt extra ein Bett für sie. Man merkt den Elefanten an, wie sehr sie die Pfleger mögen und auch gerne in ihrer Nähe sind.

Ich frage nach, ob denn Elefantne auch Freundschaften untereinander schließen. Bryan, der Pfleger lacht. „Natürlich. Sie sind wie die Menschen. Maisha z.B. versteht sich gut mit dem Elefanten zwei Boxen weiter. Er hatte einen gebrochen Fuß und ist daher beim Rennen nicht so schnell. Wenn es zum Fressen geht, wartet Maisha immer auf ihn und gehen gemeinsam. Es gibt auch Elefanten, die sich gar nicht mögen. Eben wie bei den Menschen.!“ Man sieht ihm an, dass er seine Arbeit gerne macht und das schon seit 13 Jahren!

Als wir durch die Gegendstromern und die anderen Elefanten betrachten entdecken wir Takai, den jüngsten Elefanten auf dem Gelände. Er ist grade mal 1,5 Monate alt und geht Flo gerade mal bis zum Knie. Ich hätte nie gedacht, dass Elefanten so winzig sein können! Er steht dicht gedrängt bei seinem Pfleger und mit seinem Rüssel spielt er mit seiner Kutte und steckt sie sich in den Mund. Vorsichtig strecken wir die Hände nach unten und schauen, was passiert. Und tatsächlich. Takai berüsselt unsere Finger. Sein Rüssel hat den Durchmesser eines Gartenschlauchs und ist vielleicht 30cm lang und so etwas von weich. Ich schmelze dahin. So etwas Süßes habe ich noch nie vorher gesehen. Ich möchte gar nicht mehr von ihm gehen. Silas bleibt ganz, ganz lange bei ihm, grault ihn zwischen den Ohren. Takai genießt es so sehr, dass er dabei einschläft. Wie schön, wer kann von sich behaupten, dass er einen Babyelefanten in den Schlaf gekrault hat. Wir sind die letzten, die gehen und werden regelrecht hinausgeworfen. Es war eine unvergessliche Zeit und wir wissen alle, dass wie wieder hierherkommen wollen. Elefanten machen süchtig….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert