Das Thema Waschen beschäftigt mich die ganze Reise über, weil das Thema einfach immer wieder und wieder kommt. Neulich war ich gottfroh über eine Waschmaschine – hier bin ich viel bescheidener geworden. Das Leben hier in den Bergen ist wirklich sehr einfach und sehr hart. Die Frauen waschen die Wäsche am Brunnen bzw. am Wasser hockend auf dem Boden. Der Brunnen, das sind zwei Wasserschläuche, die etwas oberhalb von unserem Haus liegen. Je nach Bedarf, werden die Schläuche zusammengesteckt, so dass auch die Menschen weiter unten am Berg an Wasser kommen.
Mit einer Plastikschüssel und einem Stück Seife ausgestattet trottete ich zum Wasser. Nach einer Weile in der Hockstellung schläft mir alles ein, ich muss aufstehen und wasche nun gebückt, was mein Rücken nicht wirklich toll findet. Immer wieder stoppt das Wasser, da ich den Schlauch zu stark bewegt habe und der Schlauch weiter oben rausrutscht. Die Verbindung der beiden Schläuche ist mit einem Stein beschwert, doch das nützt auch nur bedingt etwas. So springe ich zwischen unten an der Waschschüssel und oben der Schlauchverbindung hin und her. Ich habe einen schlechten Zeitpunkt gewählt, denn es ist Mittagspause in der Schule gerade gegenüber. Ich werde von ca. 20 Schulkindern umringt, die mich neugierig bestaunen und mich ansprechen. Sie würden gerne ihre Wasserbomben auffüllen. So mache ich eine Waschunterbrechung, bis alle Kinder ihre Wasserbomben gefüllt haben…. Ich hatte mir die Wascherei so ganz anders vorgestellt. Ich lächle und beschließe, dass ich das nächste Mal frühmorgens waschen werde, ohne Publikum und Unterbrechung. Es fühlt sich sehr seltsam für mich an, wenn ich das dreckige Seifenwasser, einfach so auf den Boden schütte und es dann versickert. Umweltfreundlich ist das hier bestimmt nicht.
Die nächsten Waschversuche unternehme ich dann morgens nach dem Aufstehen um 6.00 Uhr. Da begegnen mir beim Waschen ältere Leute, die Wasser am Brunnen auffüllen und mich freundlich auf Nepali ansprechen. In den 14 Tagen hier habe ich jedes Mal meine Waschtechnik verfeinert und bin am Ende ein echter Waschrpofi geworden. Dennoch freue ich mich riesig darauf, endlich mal wieder stehend am Waschbecken die Wäsche waschen zu dürfen.