Wir hatten Shamser gefragt, ob es von Besisahar einen direkten Bus nach Chitwan gibt. Er meinte ja und so waren wir etwas überrascht, als wir mit dem deutschen Ehepaar, das zu uns nach Gaunshahr gewandert war sprachen und sie sich sicher waren, dass wir mehrmals umsteigen müssten. Etwas in Panik schuaten wir im Internet leider erfolglos nach. Als wir Shamser daraufhin nochmals ansprachen, lächelte er. „Den Touristen wird der direkte Bus in der Regel nicht verkauft, da sie ihre anderen Busse vollkriegen wollen. Der Fahrer des Jeeps zeigt uns, an welchem Ticketschalter wir den direkten Bus bekommen.“ Manchmal war es doch gut, wenn man einheimische Leute vor Ort hatte.
Da wir uns den vollbepackten Bus vom Dorf runter in die Stadt ersparen wollten, nahmen wir den Jeep. Das Gepäck kam nach hinten und wir genossen anfangs, dass wir die einzigen im Jeep waren. Das änderte sich schlagartig Ganesh, einer der Jungen aus der Schule fuhr auch mit, sein Vater war der Fahrer. Es kam ein altes Ehepaar dazu, einige Frauen mit Kindern und eine Frau, die in einem Drahtkorb vier Taubenbabys transportierte. Silas hatte kurz ein kleines Mädchen auf dem Schoß, dass dann wieder zur Mutter wechselte. Dafür nahm Silas dann den Korb mit den Tauben für einige Zeit. Wir waren mal wieder eng gequetscht. Dennoch konnte ich nach draußen sehen. Wir fuhren direkt an Karismas Haus vorbei und konnten ihr nochmals zuwinken und sahen einige der Schulkinder wieder. Mein Herz war wirklich sehr schwer, als wir die Serpentinen hinunter in die Stadt fuhren. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich in zwei Wochen so schnell in dieses Dorf und die Menschen hier verlieben würde. Und wieder einmal hatte ich die Erfahrung gemacht, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich vor Ort einbringt und die Menschen kennenlernt, statt „nur“ zu reisen. In Besisahar verabschiedeten wir uns von Ganesh und kauften dann das Busticket. Der Fahrer sagte uns, dass die Fahr nicht 5 Stunden, sondern länger dauern würde, da es auf der Strecke einen großen Stau geben würde. Das brachte uns nicht aus der Ruhe. Wir waren so dankbar, einen Direktbus zu haben. Unser Gepäck wurde sogar in einem der Gepäckfächer verstaut und nicht auf dem Dach. Wir hatten einen Sitzplatz und fuhren wieder los. Wir ruckelten also auf Nepali Art durch die schlechten Straßen, bis wir von der Polizei angehalten wurden und uns in einer langen Schlange einreihten. Das war wohl der Stau oder eine Polizeikontrolle. Anfangs fragten wir gar nicht nach, was eigentlich los ist. Nach über einer Stunde gingen wir dann mal aus dem Bus, holten uns etwas zu trinken und setzten uns an den staubigen Straßenrand. Irgendwann bekam Flo heraus, dass wir hier nocht über ne Stunde warten müssen, denn vor uns ist eine große Baustelle und der Straßenabschnitt wird immer von 10.00 bis 16.00 Uhr gesperrt. Gut zu wissen! Auch diese Zeit ging vorüber. Silas und Cayo maulten zwar, denn in der Hitze und im Staub zu warten ist nicht gerade prickelnd, mit einer kühlen Cola und frischen Kokosnüssen konnten wir die schlechte Laune etwas verbessern. Wie froh ich war, als es endlich weiter ging. Die Fahrt war holprig und das größte Gerüttel, das wir bisher auf unserer Weltreise erlebten, denn wir fuhren über die löchrige Straße, wurden von LKWs und Motorrädern gleichzeitig überholt… und die Straße ist nicht wirklich breit und es geht steil bergab zum Fluß. Wir alle waren wirklich angefressen und ich sagte mir mal wieder mantraartig, dass auch dies vorübergehen würde. Die vielen Stoßgebete hatten ihre Wirkung: nach statt 5 Stunden waren wir nach 8 Stunden am Busbahnhof. Wir mussten jedoch noch weiter nach Sauraha und dann noch zu unserer Lodge. Wir waren in unserem Bergdorf so entspannt gewesen, dass wir uns gar keine großen Gedanken darüber machten, wie und wo wir hin mussten. Im Bus fragte ich einen der Passagiere, wo es denn nach Sauraha ging. Er meinte, dass wir ein Tuktuk nehmen müssten, um zur Busstation zu kommen. Voller Gottvertrauen stiegen wir in das Tuktuk ein: das Gepäck passte sogar rein! Und wir tuckerten durch die Stadt zum nächsten Busbahnhof. Der Tuktukfahrer fuhr von Bus zu Bus und fragte nach, bis wir am richtigen Bus waren. Während Flo den Tuktukfahrer bezahlte, fragte ich nochmals nach, der Busfahrer hatte bereits unser Geüäck in den Bus verstaut, das ging so schnell, dass ich erst nochmals nachschauen musste, ob alles da war. Dabei hlfen mir die Leute im Bus. Dann fuhr der Bus auch schon los. So eine super Umsteigezeit hatten wir bisher noch nie gehabt und das alles völlig ohne Planung! Wir zeigten dem Busfahrer, wo unsere Lodge ist und er ließ uns in Sauraha raus. Dort nahmen wir dann ein Taxi und kamen dann letztendlich über 10 Stunden unterwegs Sein „zu Hause“ an!