Durch halb Indien

Wir hatten von Bangalore aus einen Flug nach Agra gebucht. Der Flug ging um 6.00 Uhr morgens, so dass wir um 3.00 Uhr morgend losfuhren, da wir den Verkehr bis zum Flughafen mit einrechnen mussten. Da wir abends noch packten, hatten Flo und ich grade mal etwas über ne Stunde Zeit zum Schlafen. Die Kinder mussten wir mitten aus dem Schlaf reißen – arme Würstchen, wie die in ihrer Tiefschlafphase wie die Yetis durch die Gegend liefen. Als wir die Boardingkarten in der Hand hielten, sahen, wir, dass der Flieger über Dehli flog (das war klar) und einen technischen Halt in Varanasi machen würde – was ja so gar nicht auf dem Weg lag. Cayo machte fast den Aufstand, als er erfuhr, dass wir noch einen Zwischenstop einlegen würden. Das Umsteigen ist oft echt stressig für uns und auch für die Kids. Silas nimmt Planänderungen eher mit einer stoischen Gelassenheit auf: dann ist es eben so, während Cayo damit gar nicht umgehen kann. Ihn nervt es ja schon, wenn der Flieger nicht pünktlich ist. Für ihn waren die bisherigen Reisen, die sehr oft ganz anders als es wir uns vorgestellt hatten und geplant waren, echter Streß. Und für uns eine Herausforderung, Cayo zu beruhigen und mit unserer eigenen Genervtheit zurecht zukommen. Das Umsteigen in Dehli war wieder sportlich aber nicht so stressig wie letztes Mal. Wir hatten sogar noch etwas Zeit vor dem Boarden….Und in Varanasi durften wir im Fleiger bleiben. Juhu! In Agra angekommen, ein winzig kleiner Flughafen, wollten wir und ein Taxi nehmen. Da der Flughafen hier ein Militärflughafen ist, dürfen keine Taxis rein. Wir folgten einfach den anderen Touris mit Rucksack, die zu einem Bus gingen, der uns außerhalb des Militärflughafens brachte. Mit einem anderen Backpacker nahmen wir uns zu fünft ein Taxi, das uns in die Innenstadt brachte. Der Taxifahrer erklärte uns, dass 2 km rund ums Taj keine Autos mehr fahren dürfen wegen der Luftverschmutzung, mit der Agra zu kämpfen hat. Er organisierte für uns ein Tuktuk, das uns die letzten Meter Richtung Hotel brachte. Die Tuktuks fahren hier mit Gas, so dass sie innerhalb der 2km Zone umherfahren können. Eine Wahnsinnsleistung und wieder einmal rekordverdächtig: 3 große Rucksäcke, 3 kleine Rucksäcke und 4 Personen in ein Tuktuk! In der 2km-Zone geht es dicht gedrängt her: gefühlte 1000ende von Tuktuks, Pferdewagen, Ochsenkarren, Kühe, Ziegen, jede Menge Affen, Radfahrer, … alles drängt sich irgendwie durch die engen Gassen, natürlich hupen alle: welcome to the real India! Die Gerüche habe ich vergessen. In diesem Teil ist die Kanalisation offen, weiteres brauche ich nicht zu erklären…. Fix und Foxi und glücklich kamen wir in unserem Hotelzimmer an. Wir hatten sogar zwei Zimmer mit je einem Ventilator, denn hier in Agra hatten wir 35 Grad.

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