Die Zeit im Regenwald war eine echte Auszeit. So ganz anders. Die Natur gab den Takt an. Morgens in der Frühe aufstehen und wenn es ab 18.00 Uhr stockdunkel war, gab es nichts mehr zu tun, außer vielleicht ein Hörbuch hören oder eine Nachttour durch den Dschungel zu machen. Das Wetter hier ist feucht heiß, d.h. bei der kleinsten Tätigkeit kommt man sehr gut ins schwitzen. Wenn die Sonne nicht scheint, sind es schon 32, 33 Grad. Hier mitzuhelfen hat Spaß gemacht, auch wenn es anstrengend war. Herso hat mit uns sein Wissen geteilt und wir haben jede Menge gelernt. Ich habe bemerkt, dass Aufgaben gar nicht zu Ende gemacht werden müssen, wie bspw. den einen Weg zu Ende kehren, sondern, dass man einfach gerade das macht, was passt: je nach Wetter und auch Laune. Es hat wirklich Spaß gemacht, Zeit mit Herso zu verbringen, da er sich wirklich für uns interessierte.
Die Natur um uns herum hat mich wirklich staunend gemacht. Es ist einfach unglaublich, den Tieren so nahe sein zu können und gleichzeitig zu wissen, dass hier auch recht viele gefährliche Tiere rumspringen. Es war eine sehr eindrucksvolle Erfahrung, einfach nur da zu sitzen und in den Regenwald zu schauen, die Geräusche zu hören und dann alles auf sich wirken zu lassen.
Die Zeit im Regenwald hat uns als Familie auch ganz anders zusammenwachsen lassen. Wir sind uns hier viel näher gekommen. Ich hatte viel Zeit, um den Kindern vorzulesen und zu kuscheln. Das Teilen der vielen Abenteuer miteinander hat uns auch noch näher gebracht. Ich muss wirklich sagen, dass Silas und Cayo echte Dschungelkinder sind. Sie hatten Eidechsen auf der Hand, ungefährliche Schlangen, angelten mit Herso im Fluss … Sie bewegten sich hier im Regenwald sehr schnell wie selbstverständlich. Es gab kein Murren, dass das Dorf so weit weg ist und wir hier sehr einfach gelebt haben. Kein einziges Murren über das Essen. Vielmehr saßen wir einmal am Abendessen und Cayo schwärmte uns vor, auf welche Leckereien er sich zurück in Deutschland freute. Die Lasagne, die Chris in der Schule für ihn kochen würde, die leckeren geräucherten Forellen bei Oma und Opa, … Ich bin mir sicher, dass wir die 8 Tage hier immer in guter und besonderer Erinnerung haben werden. Unser ganz persönliches Familienabenteuer.