Hausaufgaben mit Chris

Mir wurde die Aufgabe übertragen, mit chris die Hausaufgaben zu machen. Das waren ja schöne Aussichten, bei meinen Spanischkenntnissen. Nun ja, man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben! Mathe ging so lala. War gar nicht ganz so schlimm die Division und Multiplikation. Zur Sicherheit rechneten wir gemeinsam alles auf dem Taschenrechner meines Handys nach. So hatten wir beide Spaß: Chris mit dem Handy und ich mit der Tatsache, dass das Ergebnis richtig war. Man hatte mir gesagt, dass Chris nicht sehr gerne lernen würde und oft davonlaufen würde. Bei mir war das gar kein Problem. Er schireb richtig sauber für sein Alter und hatte meines Erachtens wirklich eine lange Ausdauer. An einem Tag musste er eine Geschichte erfinden. Zuerst hatte er gar keine Idee, nach einer Weile jedoch schrieb er die Überschrift: „El cocinero“ (der Koch). Er schilderte in groben Zügen, was er schreiben wollte. Der Koch arbeitet zuerst in einer Grillstation für Hühnchen. Dort ist es sehr trist und die Leute sind nicht nett. Dann überlegt er sich, ob er nicht etwas anderes machen will. Er zählte viele verschiedene Berufe auf. Der Koch beschließt dann, für einen Monat als Arzt zu arbeiten. Er geht weg von dem tristen Ort. Seine neue Arbeit gefällt dem Koch, die Menschen sind nett und der Ort ist freundlich. Hier kann er in Ruhe arbeiten. Er lernt eine Seniora kennen und verliebt sich in sie. Die beiden heiraten und bauen das größte aus in der Gegend mit zwei Gärten, Blumen und Bäumen. Und dort leben sie in Frieden und es geht ihnen gut. Ende! Als Chris das letzte Wort geschrieben hatte, brach es mir fast das Herz. Wie hätte wohl die Geschichte ausgesehen, wenn Cayo sie geschrieben hätte?

Chris genoss es, dass sich ein Erwachsener ganz mit ihm alleine beschäftigte. Wir bastelten zusammen das kleine Einmaleins auf kleine Kärtchen, so dass er es selbst üben konnte. Mit einer Eselsgeduld schnitt der die Kärtchen zurecht, während ich die Aufgaben darauf schrieb.

Mit Silas zusammen pauste er Drachen von Fotokopien ab, die Silas mit auf die Reise genommen hatte. Er war im Glück.

Beim Essen kam mir der Gedanke, dass fast alle der Kinder hier, noch nie so richtig in einer „Familie“ gelebt hatten und nun kamen wir daher, als „Vorzeigefamilie“, das war schon ein recht komisches Gefühl für mich.

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