Die Volontäre bekommen wie die anderen Jungs auch, Aufgaben übertragen. Eine der Jungs ist immer an einem Tag für das Essen zuständig. Da Pablo gegangen war und er auf der Liste stand, das Essen zu kochen, sprangen wir kurzerhand ein. Frühstück ist ja ganz einfach. Trockenes Brötchen und bei uns diesmal Milchpulver und Wasser. Wir ignorierten den Speiseplan und kochten was Deutsches. Flo und ich tigerten zum Markt los, um nach den benötigten Zutaten Ausschau zu halten. Hier auf dem Markt, fielen wir mehr als nur auf. Von einer alten Indiofrau kauften wir die einzigen Kartoffeln, die wir fanden ab. Sie waren klein und sehr schrumpelig. Hoffentlich würden sie für die geplante Kartoffelsuppe genügen. Dann noch jede Menge Karotten, Würstchen vom Fleischerstand. Weiter ging es zur Eierfrau. Sie saß, wie alle anderen auf dem Boden, neben ihr Eier in jeder Größe. Wir brauchten 40 Stück, da wir Pfannkuchen machen wollten. Um besser zu rechnen, nahm sie ihr Tablet aus der Jacken tasche und rechnete den Betrag schnell aus. Was für ein Anblick. Eine Indiofrau in den traditionellen Kleidern, auf dem Boden sitzend, mit einem Tablet in der Hand. Die Eier, wurden wie immer in Südamerika, in eine Plastiktüte abgepackt. Mit vielen Tüten beladen spazierten wir wieder zur Küche. Nun ging es ans Arbeiten. Die Schrumpelkartoffeln zu schälen war eine echte Herausforderung. Die Jungen hatten mittlereile mitbekommen, dass wir etwas anderes kochen und waren alle neugierig. Die Kartoffelsuppe gelang uns richtig gut. Nur die Würstchen hätten wir wohl vorher anbraten sollen. In der heißen Suppe wurden sie ganz matschig…. Mit dem Smoothiemaker pürierten wir sie (da der Deckel fehlte, nahmen wir einen Plastikteller, zum verschließen… Es war dennoch eine große Schweinerei.) Silas und Cayo schlugen die 40 Eier auf, dann rührten wir mit dem Milchpulver die Milch an und machten den Teig mit dem Schneebesen. Wie sehr wünschten wir uns in diesem Augenblick ein Rührgerät! Nun kam die echte Herausforderung: wir hatten nur eine wirklich große Pfanne für die Pfannkuchen. Es war einfach unmöglich, den Pfannkuchen als Ganzes zu wenden. Nachdem wir anfangs eher Pfannkuchenkutter machten, kam Flo auf die Idee, den Pfannkuchen in zwei Hälften zu schneiden und diese separat umzudrehen. Das war die Lösung! Von der Kartoffelsuppe blieb kein einziger Tropfen übrig. Sobald die Suppenteller leergegessen waren, standen die Jungs, einer nach dem anderen auf, um sich nochmals nachzuholen. Ein echter Erfolg. Bei den Pfannkuchen hatten wir es so gut gemeint, dass die Jungs nicht alle Pfannkuchen schafften und wir so noch etwas für den Tee um 17.00 Uhr hatten. Mit Zucker und Marmelade waren sie auch sehr lecker und eine gelungene Abwechslung zum täglichen Reis. Ich war nach dem Tag fix und foxi, da wir ja alles von Hand abspülen mussten und heißes Wasser auf dem Herd aufsetzen mussten. Obwohl wir echt müde und kaputt am Abend waren, waren wir sehr zufrieden. Den Jungs hatte es geschmeckt und sie waren rundum satt.