Wir hatten extra einen Flug gegen später gebucht (13.30), so dass wir keine große Hektik haben würden. Denkste!
Zuerste dauerte es gefühlte Stunden bis wir im Backpackers in Soweto auschecken konnten, dann die Fahr zum Flughafen, das Auto abgeben,… wir wollten auch unbedingt noch das Päckchen nach Deutschland aufgeben.
Als wir dann 2 Stunden vor Abflug am Schalter ankamen, waren wir echt erleichtert. Es gab zum Glück keine große Schlange. Das wird dann doch ein ganz entspannter Abflug, war mein erster Gedanke.
Während unserer Zeit im Kruger Park hatten wir eine belgische Familie kennen gelernt, die uns erzählte, was für große Probleme sie bei der Einreise hatten, da die Geburtsurkunden der Kinder im Original und nicht auf englisch waren. Als wir das hörten, kontaktierten wir nochmals unsere Anwältin/Notarin, die eine Gerneralvollmacht für uns hat, um eine internationale Geburtsurkunde anzufordern. Zum Glück reagierte sie schnell und beantragte diese noch vor den Feiertagen. So hatten wir einen Tag vor Abflug unsere internationalen Geburtsurkunden per pdf in unserem Postfach.
Der Herr am Schaltern von South African Airline war sehr nett und meinte mit einem Lächeln, ob wir die Dokumente nicht in Papierform vorliegen haben. Nein, haben wir nicht! Entgegneten wir lächelnd. Da müsste er erst einmal checken, ob sein Supervisor sein ok dazu gibt. Das dauert natürlich seine Zeit…. Die Antwort des Supervisors war, dass wir das pdf ausdrucken müssen. Wir sollen die Mail an folgende Adresse senden. Das freie Wifi im Flughafen funktionierte nicht. Was für ein Glück, dass wir auf unserer Südafrika-Prepaid-Karte noch Guthaben zum versenden hatten. Also schickten wir die Mail los. Der Herr ging dann wieder ins Office, um zu swchauen, ob die Mail angekommen war. Das dauert natürlich! Also bei dieser Adresse kam nichts an. Also ging der gute Mann wieder zurück und kam mit einer neuen Mailadresse an. Das dauert natürlich.. So langsam wurden wir nervös, da wir noch das Päckchen nach Deutschland aufgeben mussten. Also marschierten Flo und die Kids in Richtung Postamt (dies ist eine neue, weitere spannende Geschichte) während ich inständig betete, dass die Mail nun endlich ankam. Der Herr kam wieder zu mir zurück. Ja, die Mail kam nun an, aber ohne pdf als Anhang. Ich schaute in meiner gesendet Mailbox nach. Da war der Anhang dran. Also sendete ich es erneut. Das ganze Affentheater dauerte noch eine ganze Weile. Ich gab ihm auch mein Handy mit, damit sich der Supervisor davon überzeugen konnte, dass es das Dokument gibt. Während ich so dastand und wartete, überlegte ich mir bereits, was wir machen, wenn wir den Flug nicht mehr bekommen. Silvester in Südafrika wäre ja auch nicht so schlecht. Ich atmete tief durch, vor allem als auch der Airlinemensch so langsam auf die Uhr schaute. Immerhin checkte er nun das Handgepäck und da einer der Rucksäcke zu schwer war, musste ich in in einen kleineren Rucksack umpacken. Ohne zu zögern tat ich es, in diesem Moment hätte ich auch ein Ave Maria gesungen, wenn es zielführend gewesen wäre.
Als Flo und die Kids wieder von der Post kamen (erfolgreich!!!!) hatte ich immer noch nicht das Papier in der Hand. Zumindest hatten sie es mittlerweile geschafft, das pdf zu öffnen. Dann ENDLICH kam er mit 2 DINA4 Seiten in der Hand zurück. Das wertvollste Papier in diesem Moment für mich. Er meinte, dass wir sehr freundlich zu den Immigration Leuten sein sollten und alles erklären, denn es läge allein in der Hand von ihnen. Dann meinte er, dass wir uns nun beeilen sollten. Er entschuldigte sich noch viele Male und meinte, dass sie so streng sein müssen, da zur Zeit so viele Kinder entführt werden würden.
Nun konnten wir unser Gepäck einchecken.
Mit Sack und Pack stürmten wir dann zum Eingang des Kontrollbereichs. Die Kontrolle dauerte gefühlte Stunden, dann waren wir am Immigration office. Davor hatten wir den Kids eingetrichtert, dass sie sich von ihrer bravsten Seite zeigen, sich nicht schlugen oder ärgerten oder sonstige „ungewöhnliche“ Dinge zu machen. Lächelnd zeigten wir unsere Pässe und dann die Geburtsurkunden. Die Dame schaute sich alles sehr genau an. In dieser Zeit hielten wir alle den Atem an. Als sie uns dann lächelnd die Ausreisestempel in die Pässe machte, hätte ich sie am liebsten umarmt. Nun rannten wir in Richtung des auf der Boardingpaß angegeben Gates. Zum Glück schaute Flo noch auf die Anzeigetafel, denn das Gate hatte sich geändert, wir wären sonst einfach vorbeigerannt. Wir hatten sogar noch ein paar Minuten Zeit, so dass ich schnell noch telefonieren konnte.