Wo der Pfeffer wächst

Sansibar wird auch die Gewürzinsel genannt – nicht umsonst. In Stone Town konnten wir uns auf dem Markt ja bereits von der Vielfalt der Gewürze überzeugen. Was für eine bunte Mischung an Farben, Gerüchen und Geschmacktsrichtungen. Ein Paradies für jeden Koch.

Wir fuhren auf eine Gwürzfarm, um selbst einmal zu schauen, wie die ganzen Gewürze, die wir sonst nur aus dem Gewürzstreuer oder dem Gewürzregal kennen, denn in Natura aussehen.

Nach etwas einer Stunde Autofahrt durch Schlaglochpisten und Alphaltstraßen, an riesigen vollen Mangobäumen vorbei, waren wir angekommen. Sahidi begrüßte uns nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Deutsch. Wir waren ganz baff über sein Deutsch, dafür, dass er nur 3 Monate lang nur einen Kurs belegte.

Wir starteten am Brotfruchtbaum. Ein Baum, der grüne große Früchte trägt. Die Frucht wird noch unreif grün geerntet, dann wird die Schale entfernt und der harte Kern. Er wird gekocht und wie Kartoffeln verwendet. Wir probierten vom Sansibarapfel, der eine im Vergleich zu unseren Äpfel eine weichere Konsitenz hat, jedoch ein wenig nach Apfel schmeckt. Die riesigen Jackfrüchte konnten wir am Baum bewundern. Da sie so groß und schwer sind, wachsen sie wie Kakao und Guanabana direkt am Baumstamm. Eine unscheinbare grüne Pflanze entpuppte sich als Cumin-Pflanze. Wenn man die Wurzeln mit dem Messer aufschneidet ist sie orangegelb (und das Messer und die Händer auch). Als nächstes sahen wir noch grüne Vanilleschoten an der Pflanze. Vanille ist eine Klatterpflanze und kommt eigentlich aus Madagaskar. Auf Sansibar gibt es nicht viel Vanille, da hier weder die Tiere die Pflanzen bestäuben noch wie in Madagsakar der Regen. Es muss hier also jede Blüte mit einem kleinen Hölzchen von Hand bestäubt werden. Das ist gar nicht so einfach. Wenn das Bestäuben geklappt hat, dann schließt sich die Blüte am nächsten Tag, war der Versuch erfolglos, dann liegt die Blüte am Boden. Wir konnten Nelken, die direkt am Baum wuchsen bewundern. Ist einfach irre, wenn man mit einem Mal eine Vorstellungs davon bekommt, wie und wo genau all die Gewürze herkommen, die man sonst einfach nur benutzt. Der Kern der Muskatnuss, sie wächst tatsächlich als Frucht am Baum, ist von einer roten Haut umgeben, die auch sehr intensiv nach Muskat riecht. Der Zimtbaum sah eigentlich ganz unscheinbar aus. Vom Zimtbaum kann man alles verwenden, Blätter, Wurzeln und natürlich die Rinde. Wie lecker die frische Rinde roch und schmeckte. Wir bekamen auch noch eine Frucht in die Hand gedrückt, deren Samen, wenn man sie zwischen den Fingern zerrieb eine knallrote Farbe ergab. Die Farbe benutzen die Massai, um sich im Gesicht oder an den Lippen zu bemalen oder ihre Haare damit zu färben. Ich musste natürlich gleich testen, welches Rot es ergibt, wenn ich eine meiner blonden (nein, nicht die grauen!) Strähnen damit einfärbte. Sah gar nicht mal soo schlecht aus.

Wir bekamen noch Ylang Ylang Blüten zu sehen und zu riechen. Was für ein Duft, wenn sie so ganz frisch sind. Wer braucht da noch Chanel No 5?

Am Ende konnten wir noch einen Jungen bewundern, der eine richtig hohe Kokospalme hochlief und zwei Kokosnüsse erntete. Wahnsinn. Er hatte als einzige Hilfe nur ein Seil, das er zu einer 8 gedreht hatte, um sich damit abzustützen. Silas wollte unbedingt ausprobieren, wie das funktioniert und so hingen Silas, Cayo und Flo nacheinander an der Kokospalme, um festzustellen, wie super schwer es ist und wie viel Kraftaufwand für die Arme das Klettern bedeutet.

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