Westliches Leben tanken

Um endlich einmal kenianische Schillinge zu haben und den Kühlschrank zu Hause zu befüllen, fuhren wir in das nächste Einkaufszentrum, in dem es auch einen Geldautomaten gibt. Es ist ein recht kleines, kuscheliges Einkaufszentrum. Bevor wir das Einkaufszentrum betreten, müssen wir durch die Personenkontrolle und unsere Taschen werden ebenfalls kontrolliert. Ich habe das dumpfe Gefühl, dass im ganzen Einkaufszentrum mehr Sicherheitsleute rumstehen als Menschen, die hier einkaufen. Einerseits fühle ich mich hier sicher, doch es fühlt sich ein wenig wie im goldenen Käfig an. Nachdem wir endlich mal kenianisches Geld in den Händen haben, stürmen wir den Supermarkt, wir sind begeistert, denn es ist ein Carrfour, den wir auch Frankreich kennen und lieben. Zuerst werden alle Regale nach westlichen Produkten abgescannt, Dinge, die wir schon länger nicht mehr hatten. Ein Paket mit frischen Corissants sticht Silas ins Auge. „Das hatten wir seit einem halben Jahr nicht mehr!“ Wir lassen uns durch die Regale treiben und freuen uns jedes Mal, wenn wir etwas sehen, was uns an zu Hause erinnert: Haribo, Toblerone (kann Schokolade wirklich sooo teuer sein!), Nutella, Silberzwiebeln aus Bayern, …. Ich finde sogar ein Päckchen Zahnseide, was ich bislang nirgendwo gefunden hatte. Die Zahnärztin in Arusha hat mir empfohlen, lieber in Kenia als in Tansania danach zu schauen. Ich hätte vor der Reis eniemals gedacht, dass ich mich über Zahnseide so freuen könnte. Nun hat die Zahnseidensparsamkeit ein Ende!

Aber wir sind nicht nur auf Westliches aus. Wir schauen neugierig durch die Regale, natürlich zuerst beim Kaffee und Tee. Flo kauft sich in jedem neuen Land einen landestypischen Kaffee und ich tobe mich beim Tee aus. Diesmal gibt es Kardamontee – keine Ahnung wie und ob das schmeckt. Werde ich dann sehen. Die Kinder freuen sich über Schokoflakes, die es zum Frühstück geben wird und 2 Tüten Haribo landen auch im Einkaufswagen. Nachdem wir die Corissants verspeist haben – Cayo meint, dass waren die besten Corissants, die wir auf der Weltreise gegessen haben. Da hat er wirklich recht – machen wir in einer Stunde einen Treffpunkt aus und die Kinder streifen alleine durchs Einkaufszentrum mit etwas Geld ausgestattet. Das hat bereits in Johannesburg im wirklich riesigen Nelson Mandela Einkaufszentrum geklappt und hier wird es auch klappen. Mittlerweile hat Silas seine Scheu überwunden und quatscht die Leute auf Englisch an. Wie schön, dass endlich der Knoten geplatzt ist. Flo und ich ziehen durch Buchläden (hier kann man endlich wieder die Bücher, die angeboten werden, auch lesen) und schlendern ein wenig umher. Als wir uns nach einer Stunde wieder treffen, sind die Kinder glücklich. Sie haben sich gemeinsam ein frozen Yogurth und ein Subwaysandwich gekauft und miteinander geteilt – wie echte Brüder! Die beiden sind trotz der häufigen Streitereien zwischen ihnen während der Reise wirklich zusammengewachsen, haben sie doch gemeinsam jede Menge Abenteuer erlebt.

Nach diesem Vormittag haben wir nun genügend westliche Zivilisation getankt und sind für unseren Aufenthalt in Nairobi gewappnet.

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