Ich glaub, mich knutscht ne Giraffe

In Nairobi gibt es ein Giraffenzentrum, in dem die seltene Rothschildgiraffen gezüchtet und dann ausgewildert werden und das bereits seit vielen Jahren. Da die Giraffen hier viel Zeit mit den Menschen verbringen, sind sich auch recht zutraulich, vor allem, wenn sie Leckerlis von ihnen bekommen. Normalerweise fressen die Giraffen den lieben langen Tag und schlafen gerade mal 1 bis 1,5 Stunden. Der Schlaf wird auch nur häppchenweise genommen, um stets wachsam zu sein, für den Fall, dass ein Löwe auftaucht. Es ist schon sehr imposant, wenn so eine ausgewachsene Giraffe, sich zu dir runterbeugt und aus der Hand frisst. Irgendwie hatte ich nie so richtig bemerkt, was für einen großen Schädel die Tiere doch haben. Und wenn sie dann so ganz nahe an einen herankommen, mein Gott haben die alle vielleicht Bartstoppeln!, und ihren warmen Atem in mein Ohr pusten, ist das schon recht beeindruckend. Am beeindruckenstend sind jedoch diese megalangen Wimpern! Jedes Model wäre neidisch! So eine Giraffe muss niemanls Wimperntusche auflegen. Die sehen einfach immer umwerfend aus! Und dann kommt der Hammer! Diese weichen Nüstern. Da kann jedes Pferd einpacken. Die Giraffen haben wirklich sehr lange, blaue Zungen, mit denen sie sich die Leckerlis von der Hand holen. Zuerst fand ich es sehr mutig, die Giraffen einfach nur aus der Hand fressen zu lassen. Als ich dann sah, wie einige die Leckerlis zwischen ihre Lippen nahmen und die Girafffen sie vorsichtig mit der Zunge nahmen und die Leute quasi „küssten“, musste das Cayo natürlich sofort ausprobieren. Cayo ist unser experimentierfreudigstes Familienmitglied. Ohne ihn hätten wir uns viele Dinge nicht getraut., Er ist da ganz abenteuerlustig und probiert einfach aus. Cayo war vom Giraffen-geküsst-werden begeistert. Na dann muste ich das ja auch mal ausprobieren – raus aus der Komfortzone, rein ins Geknutsche. Wenn so eine ausgewachsene Giraffe so auf einen zusteuert, dann schlägt mein Puls doch eine ganze Ecke schneller. Ist nichts passiert und war witzig. Am liebsten ließ ich mich von Nandi, einem kleinen 1,5 jährigen Giraffenmädchen küssen. Die hat noch nicht so arge Bartstoppeln und ist an den Nüstern viel weicher als die Großen. Zudem musste man bei Daisy, der großen Giraffendame echt aufpassen, denn sie verteilte gerne Kopfnüsse an die Touris. Und so ein riesiger Giraffenschädel ist echt hart. Ich will das nicht ausprobieren.

Im Giraffenzentrum wird neben der Aufzucht und Auswilderung der Giraffen auch Umweltbewusstsein für die lokatle Bevölkerung geschaffen. Es werden Lehrer und Studenten ausgebildet, die mehr zum Thema Wassersparen, Energiesparen und den Erhalt der Umwelt erfahren. Dabei geht es auch hauptsächlich darum, wie man Holz und Holzkohle ersetzen kann, um die Abholzung zu verhindern. Dazu gibt es Anleitungen, wie aus Abfall Briketts gemacht werden können, die man statt Holzkohle verwendet.

Schulklassen kommen auch hierher, um mehr über den Umweltschutz zu erfahren. Es gibt ein besonderes Programm, um benachteiligte Kinder die Möglichkeit zu geben, auch einmal eine Giraffe aus der Nähe zu betrachten und aus dem normalen Umfeld zu entkommen, um einmal etwas besonderes zu unternehmen.

Wir erfuhren auch jede Menge über die Giraffen. Es gibt in Kenia verschiedene Giraffenarten, die man anhand ihrer Fleckenmuster und ob sie auch Flecken an den Beinen haben, oder „weiße Socken“, also keine Flecken, unterschieden kann. Rotschildgiraffen waren fast vom Aussterben bedroht und auch heute noch gehören die Giraffen zu den bedrohten Tierarten. Vor allem durch das immer weniger werdende Land werden sie weniger. Gegen Raubtiere können sie sich ganz gut verteidigen. Ein Kick einer Giraffe kann einen Löwen locker töten. Daher gehen die Raubtiere vor allem auf die Jungstiere, die langsamer sind und eine leichtere Beute sind. So kommt es, dass nur 25-50% der Jungtiere auch das Erwachsenenalter erleben.

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