Wir hatten uns darauf eingestellt, dass es echt harte Jungs hier wären. Als wir die acht kennenlernten, stellten wir schnell fest, dass es rchtig nette und „normale“ Jungs waren: sportlich, sie spielen wirklich super Fußball und geben auf die Kleinen Acht.Der Elfjährige, der einen Kopf kleiner als Cayo ist und von uns nur „der Kleine“ genannt wird, hat sich auf Anhieb sofort mit Cayo und Silas gut verstanden. Er hat seinen Vater nie kennen gelernt und seine Mutter lebt auf der Straße und trinkt. Er ist seit 4 Jahren hier. Bei den anderen Jungs ist es so, dass die Eltern teilweise die Kinder nicht versorgen können, es gibt jedoch auch Kinder, deren Eltern überfordert sind bzw. nicht existieren. Wir sind hier so ein wenig zwiespältig, da die Jungs hier einen sehr strengen Stundenplan haben und viel arbeiten im Vergleich zu der Zeit, in der sie lernen können. Klar ist es wichtig, dass sie einen festen Rahmen haben. Ich finde es jedoch etwas schade, dass die Bildung hier nicht gleich gewichtet ist, denn letztendlich ist es die Bildung, die den Unterschied bei den späteren Chancen für die Kinder ausmacht. Anfangs waren wir etwas schockiert darüber, dass auf dem großen Gelände so viel Müll herumlag. Für die ersten zwei Tage hieß es, dass wir einfach mal zuschauen sollten und uns an die Höhe gewöhnen. Wir haben dann zu viert dreiviertel des Geländes mal vom Plastikmüll, Glasscherben etc. befreit. Zwei Schubkarren voll sind es geworden. Als wir fragten, wo denn der Müll hin sollte, hieß es, ganz am Ende des Geländes vor einer Mauer. Da fanden wir dann auch eine kleine Müllhalde. Schon seltsam, wenn der Müll hier nicht abgeholt wird und man weiß, dass der Müllberg immer weiter steigen wird. Noch ist das Gelände sehr groß. Nachmittags habe ich dann mit dem Kleinen die Hausaufgaben gemacht: Spanisch! Hat recht gut funktioniert und der Kleine hat echt super mitgemacht. Am nächsten Tag haben wir mal versucht, die verschiedenen Haufen mit Zieglsteinen zu einem Haufen zusammenzutragen, so dass es etwas ordentlicher aussieht. Dann haben wir einem der Jungs geholfen, den Holzboden von zwei Zimmern von Farbflecken zu befreien (mit Spachtel und Schleifwolle per hand abschleifen). Ein echt mühsame Arbeit, die uns viel Geduld abforderte. Heute haben wir eine überdachte Halle leergeräumt und das darin liegenden Holz an den Rand gestapelt, damit es einfach etwas ordentlicher aussieht. Silas hatte die Idee, aus der Halle etwas für die Jungs zu machen. Wir kamen darauf, vielleicht eine Tischtennisplatte dorthin zu stellen, so dass die Jungs neben Fußball dann auch Tischtennis spielen können. Wir wollen die Idee mal vorschlagen.